Solange habe ich auf das Wiederkommen nach Deutschland hin gefiebert – doch davor kam erstmal ein ganz schön harter Abschied. Malin und ich haben lange vorher schon überlegt, wie wir diese letzten Momente gut gestalten können. Es fiel mir ganz schwer in der letzten Woche in der Wohnung zu bleiben, ich musste immer wieder rausgehen und möglichst viel von dem ugandischen Leben aufsaugen. Es wurden Briefe geschrieben und ausgetauscht, viel draußen gespielt und alle Lieblingsspaziergehrouten nochmal genossen. Alles, was in diesem Jahr Teil unseres Alltags war, wurde noch einmal ganz bewusst gemacht und wahrgenommen.

Es gab noch ein großes Sportfest, bei dem viele Schüler*innen aus verschiedenen Schulen zusammengekommen sind. Die Mädchen haben Netball (ähnlich wie Basketball) gespielt – das sogar in Hosen zu unserer großen Begeisterung. Die Jungs haben Fußball gespielt. Es war für alle auf de Projektgelände ein großes Highlight und das Wetter hat auch bis zum Ende gerade so gehalten.

Die Abenden wurden genutzt, um mit den älteren Jungs UNO Flip und L.A.M.A zu spielen. Es wurde herrlich viel gelacht, Musik gehört und immer wieder, das Gespräch gesucht, dass wir bald gehen werden. Dort kamen auch neue Menschen dazu, die wir vorher noch gar nicht auf dem Schirm hatten.

Außerdem ging es ein letztes Mal schwimmen und nach Jinja. Ein letztes Mal im Deli essen, bei Velma Obst und Gemüse kaufen und ein paar Geschenke bei Florence besorgen. Auch von den Boda-Fahrern, die uns das Jahr über sicher zwischen Naminya und Jinja gefahren haben. Selbst bei Alltagsmomenten, wie dem Einkaufen, sind so schöne Bindungen entstanden.

Im Kinderheim wurde nochmal besonders viel gekuschelt, gelacht und getanzt. Es war herausfordernd die Zeit zu genießen, obwohl man weiß, dass man bald gehen wird. Man weiß schließlich ja auch nie, wann man sich wieder sehen wird. Wir haben wirklich nochmal sehr stark gemerkt, was für enge Bindungen wir mit den Kindern eigentlich haben. Besonders bei den Kleinen war es schwierig, weil die ja gar nicht verstehen, dass wir als ihre Bezugspersonen jetzt einfach gehen. Parallel ist unsere Wohnung natürlich im völligen Packchaos untergegangen 🙂

Am letzten Sonntag haben wir eine kleine Abschiedsparty organisiert. Wir haben unsere restliche Deko im ganzen Kinderheim verteilt haben mit ihnen gegessen und natürlich ganz viel Musik gehört. Es gab auch noch Waffeln und Soda. Unsere Freunde und Kollegen aus der Klinik haben uns in die Klinik gelockt und uns mit einem super schönen (aber viel zu süßem) Kuchen überrascht. Das war einer der vielen Momente, wo ich gemerkt habe, dass wir wirklich auch einen wichtigen Platz dort hatten. Mit den Klinikleuten habe ich immer sehr viel über die unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen gesprochen. Das war so wertvoll. Die vielen Zeiten in der werden mir sehr fehlen und immer in meinem Herzen sein.

Nach einer Übernachtungsparty mit Malin, war er plötzlich da – der letzte Tag in Uganda. Morgens wurde noch ein letztes Mal in der Klinik geimpft, bevor wir uns von allen verabschiedet haben. Ein komischer Moment. Es war immer die Vorfreude auf das Heimkommen da, aber diese letzten Momente waren hart. Gerade, weil nicht ganz klar war, wann man wieder zurück kommt. Ob man sich dann wieder sehen wird, war ja auch ungewiss. Aber es tat auch gut zu wissen, dass nur wenige Wochen später die neuen Freiwilligen kommen werden und die Kinder neue Bezugspersonen haben werden. Dann ging es los zum Flughafen und als das Gewicht vom Gepäck gepasst hat, auch nach Deutschland. Welcome Home.

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